Einsparziel und Monitoring

Wie wird gerechnet?

Die Unternehmen formulieren auf Basis des ermittelten Einsparpotenzials ein unternehmensbezogenes Einsparziel in Form der Summe der von ihnen geplanten Maßnahmen zur Steigerung der eigenen Energieeffizienz, sowie für die gesamten Mitglieder eines Netzwerks ein Netzwerkziel.

Bei der Formulierung des unternehmens- bzw. netzwerkspezifischen Einsparziels kann aus Unternehmenssicht auch ein Bezug auf den Gesamtenergieverbrauch der teilnehmenden Unternehmen (z. B. wenn eine prozentuale Reduktion des Energieverbrauchs angestrebt wird) sinnvoll sein. In diesem Fall setzt sich das Unternehmen ein relatives Ziel und rechnet dieses für die anteilige Berücksichtigung im Netzwerkziel in absolute Energieeinheiten um. Diese Einsparungen können dann einfach aus der Addition der maßnahmenbezogenen Einsparungen ermittelt werden.

Relevante Bezugsgrößen für das Monitoring der Netzwerkinitiative sind nur die einzelnen umgesetzten   Maßnahmen   und   die   dadurch   erzielten   Energieeinsparungen   bzw. vermiedenen Treibhausgasemissionen. Mit dem Monitoring der Netzwerkinitiative werden dementsprechend die maßnahmenbezogenen Energieeinsparungen erhoben, nicht jedoch der Gesamtenergieverbrauch des Unternehmens.

Aufgrund der so erhobenen Energieeinsparungen werden im Rahmen des Monitorings auch die vermiedenen Treibhausgasemissionen ermittelt, und zwar über die gängigen Faktoren, die den eingesetzten Energieträgern bzw. Energiemengen (Strom/Wärme) ein CO2-Äquivalent zuweisen.

Unter einzelnen konkreten Maßnahmen sind zum Beispiel zu verstehen:

  • Maßnahmen der Druckluftoptimierung/Wärmerückgewinnung
  • Optimierung der Kälte- und Heiztechnik
  • Erneuerung von Prozesstechnik (Pumpen, Antriebe, etc.)
  • Optimierung von Querschnitts- und Gebäudetechnologien (Klima, Lüftung, Dämmung)
  • Maßnahmen im Fahrzeugpark
  • Mitarbeiterschulungen, Training
  • uvm.

Für die rechnerisch zu ermittelnde Energieeinsparung wird vom spezifischen Energieverbrauch ausgegangen. Darunter wird der Energieverbrauch (in kWh, MWh) verstanden, der in Bezug auf eine bestimmte Aktivität (Produktionsmenge, Druck in bar, Lichtstärke, m² etc.) erfolgt. Als Beispiele seien etwa der Energieverbrauch genannt, der zur Lieferung von Druckluft in m³ bei einem definierten Druck in bar notwendig ist, oder der Energieverbrauch pro m² beleuchtete Fläche oder pro Lichtstärke. Auf welche Aktivität jeweils Bezug genommen wird, ist abhängig von den geplanten Maßnahmen und den vom einzelnen Unternehmen vorgegebenen Rahmenbedingungen.

Die Berechnung der Energieeinsparung erfolgt dann derart, dass die Differenz des spezifischen Energieverbrauchs (definiert als „kWh / maßnahmenbezogene Aktivität“) vor und nach der Durchführung der Effizienzmaßnahme mit der Aktivitätsgröße multipliziert wird.

Durch die maßnahmenbezogene Bewertung unter Berücksichtigung der Aktivitäten erfolgt der Nachweis von Energieeinsparungen unabhängig von einer Veränderung der Produktion des Unternehmens.

Für die Berechnung ist auch noch relevant, ob die Maßnahme des Unternehmens eine reine Ersatzinvestition darstellt, eine Erweiterung oder eine komplett neue Anlage.

Denn bei diesen verschiedenen Möglichkeiten ist jeweils ein anderer Bezugspunkt zu wählen. Bei der reinen Ersatzinvestition erfolgt  – wie oben beschrieben – ein Vorher-Nachher-Vergleich. Bezugspunkt ist also der Energieverbrauch vor der Investition. Bei den Energieeffizienz-Netzwerken können aber auch komplett neue Anlagen angerechnet werden. Voraussetzung ist, dass sie energieeffizienter sind als der geltende Mindeststandard (z. B. EU-Ökodesign-Richtlinie). Bezugspunkt für die Berechnung ist bei neuen Anlagen also der Mindeststandard. Bei Erweiterungsmaßnahmen schließlich wird als Bezugspunkt für den Teil der Ersatzinvestition der Energieverbrauch vor der Ersatzinvestition gewählt, für den neuen Teil dagegen Mindeststandard.

Bei Unterscheidung der genannten Fälle ergibt sich damit folgendes Bild für die Berechnung der Energieeinsparung aus einer im Rahmen des Netzwerks durchgeführten Effizienzmaßnahme:

Zum Themenkomplex hat die Initiative detaillierte Regelungen zum Monitoring im Rahmen der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke festgelegt. Diese legen neben der Struktur des Monitoring-Prozesses und dem Berichtsformat für die Erfassung von Einsparungen auch die zulässigen Verfahren zur Ermittlung von Energieeinsparungen und die Prüftiefe zu ihrer Verifizierung fest.

Zusätzlich wird die Initiative ein Papier für die Praxis veröffentlichen, das die oben genannten Grundsätze mit weiteren Rechenbeispielen unterlegt und die Berechnung von Effizienzgewinnen bei Neuanlagen weiter konkretisiert.

Gibt es eine externe Überprüfung und wenn ja, was wird geprüft?

Die Netzwerkinitiative hat das Ziel einer realen Effizienzverbesserung, sie kann damit zu echten Energiekosteneinsparungen führen. Das Logo der Netzwerkinitiative steht für Qualität.

Die Vereinbarung über die Einführung von Energieeffizienz-Netzwerken legt daher bestimmte Mindestanforderungen an Netzwerke fest (z. B. hinsichtlich der Zahl teilnehmender Unternehmen, Dauer des Netzwerks, Festlegung eines Effizienzziels) und sieht eine Überprüfung („Monitoring“) durch ein von der Bundesregierung beauftragtes, unabhängiges wissenschaftliches Institut vor, das jährlich einen Monitoringbericht vorlegt.

Darin werden allerdings nur anonymisierte Ergebnisse dargestellt. Es werden also keine unternehmensindividuellen Daten veröffentlicht. Die Einsparungen in einzelnen Netzwerken werden anonymisiert und auch die anfangs gesetzten Netzwerkziele werden nicht genannt.

Das Monitoring umfasst folgende Punkte:

  • die Anzahl der Netzwerke,
  • die Prüfung, ob diese gemäß der Vereinbarung betrieben werden und
  • die Summe der innerhalb der Netzwerke umgesetzten Maßnahmen sowie der dadurch erzielten Energieeinsparungen und der hierdurch vermiedenen Treibhausgasemissionen. Dieser letzte Punkt wird über Stichproben hinsichtlich der umgesetzten Maßnahmen in den teilnehmenden Unternehmen ermittelt.