Erfolgsgeschichte

IHK-Energieimpuls-Netzwerk Bodensee-Oberschwalben

Nachhaltigkeit inklusive

Energieeffizienz-Netzwerk der IHK Bodensee-Oberschwaben: VAUDE ist seit 2016 im Netzwerk aktiv, um Impulse für das eigene Energiemanagement zu erhalten. Das Familienunternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, Europas nachhaltigster Outdoor-Ausrüster zu sein.

Das Energieimpuls-Netzwerk bringt acht Unternehmen aus den Branchen Dienstleistungen, Kunststoffherstellung, Maschinenbau und Großhandel zusammen. „Das Besondere an diesem Energieeffizienz-Netzwerk ist der sehr breite Fokus. Natürlich steht Energieeffizienz immer im Mittelpunkt. Die Teilnehmer tauschen sich aber auch zu weiterführenden Themen wie etwa Nachhaltigkeit aus“, berichtet Stefan Kesenheimer, Referent für Energie und Umwelt bei der IHK Bodensee-Oberschwaben. Die IHK begleitet das Netzwerk als Träger und Moderator und ist außerdem bei drei weiteren Energieeffizienz-Netzwerken in der Region als Moderator tätig. „Wir haben festgestellt, dass jedes Energieeffizienz-Netzwerk im Laufe der Arbeit seinen eigenen thematischen Schwerpunkt entwickelt. Diese Vielfalt stellt einen Vorteil dar, da sie viel Flexibilität für die Praxisinteressen der Teilnehmer bietet“, so Kesenheimer.

Brandschaden führt zu mehr Energieeffizienz

Nachdem ein Brand im Frühjahr 2015 Teile der Produktion am Standort Tettnang-Obereisenbach zerstört hatte, nutzte der Outdoor-Hersteller VAUDE den Rückschlag als Chance: Bei der Planung einer neuen Fertigungshalle stellte das Unternehmen das Thema Energieeffizienz in den Mittelpunkt. „Da haben wir praktisch alles Mögliche an Energieeffizienzmaßnahmen ausprobieren und umsetzen können. Das Netzwerk haben wir genutzt, um uns informell zu Spezialfragen, wie beispielsweise Mess- und Regeltechniken, auszutauschen. Dieser Blick über den Tellerrand war für uns häufig eine gute Entscheidungshilfe“, erklärt Hilke Patzwall, bei VAUDE zuständig für CSR- und Umweltfragen. Durch wirksame Dämmung, Dachbegrünung, Fußbodenheizung und verbrauchsarme LED-Beleuchtung erfüllt das neue Produktionsgebäude heute einen sehr hohen Energieeffizienzstandard.

Fertigungszentrum ohne fossile Brennstoffe

Auch die Gebhardt Werkzeug- und Maschinenbau GmbH aus Baienfurt stand beim Eintritt in das Netzwerk vor einer Herausforderung: Für das Unternehmen sollte ein neuer energieeffizienter Standort entstehen. Hier war Herbert Trautmann, der bei Gebhardt für das Energiemanagement verantwortlich ist, besonders gefordert: „Durch einen intensiven Austausch mit den anderen Unternehmen im Netzwerk konnten wir viele innovative Ideen und Anregungen für Energieeffizienzmaßnahmen und Nachhaltigkeit sammeln, die in dem Projekt direkt realisiert wurden.“ Neben klassischen Maßnahmen wie LED-Beleuchtung wird in der Fertigungshalle zum Beispiel die überschüssige Abwärme der Maschinen und der Druckluftanlage für das Heiz- und Kühlsystem des Standorts genutzt. Dadurch kommt das neue Fertigungszentrum ohne fossile Brennstoffe aus. Eine Photovoltaikanlage zur
Eigenstromnutzung soll den Strombezug um 100.000 Kilowattstunden im Jahr reduzieren. Insgesamt plant Gebhardt, seinen Energiebezug im Vergleich zu 2015 um rund acht Prozent zu senken. „Mit dem Wissensgewinn aus der Arbeit im Energieeffizienz-Netzwerk werden wir das auch schaffen“, ist Trautmann überzeugt.

Brunnenwasser für die Kühlung eingesetzt

Ein weiteres Mitglied im IHK-Energieimpuls-Netzwerk ist die Renger Kunststoffspritzteile GmbH & Co. KG. Der Mittelständler hat im Austausch mit anderen Netzwerkteilnehmern innovative Wege zum nachhaltigen Ressourceneinsatz entwickelt. Bei der Produktion von Kunststoffteilen setzt das Unternehmen Brunnenwasser in einem Kreislaufsystem zur Kühlung ein und spart dadurch rund 120.000 Kilowattstunden Energie pro Jahr. Die Abwärme der Fertigung wird zusätzlich auch zum Heizen der Gebäude genutzt. „2018 soll am Unternehmensstandort in Engelswies eine neue Produktionshalle fertiggestellt werden, die noch einmal neue Maßstäbe in Sachen Energieeffizienz setzt“, erklärt Geschäftsführer Johannes Renger. Ein bestehender Regenwasserspeicher wird zukünftig für die erforderliche Kühlenergie sorgen. Das soll zu einer weiteren Einsparung von 150.000 Kilowattstunden jährlich führen. Außerdem werden die Verbrauchswerte der Maschinen durch digitale Messeinrichtungen genauestens erfasst und visualisiert, um weitere Optimierungspotenziale sichtbar zu machen. „Gerade durch die ständigen Veränderungen in unserem Unternehmen ist das Netzwerk für uns eine wichtige Plattform, um Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse von außen zu erhalten“, so Renger.

Wenn die anfangs festgelegte Netzwerklaufzeit endet, werden die teilnehmenden Unternehmen nicht einfach auseinandergehen, ist sich IHK-Experte Kesenheimer sicher: „Durch die gewinnbringende Netzwerkarbeit der letzten zwei Jahre und das große Engagement der einzelnen Unternehmen ist bei vielen Teilnehmern der Wunsch nach einer längerfristigen Zusammenarbeit gewachsen. Diese werden wir als Netzwerkträger natürlich unterstützen.“

Weitere Erfolgsgeschichten können Sie in der Broschüre „Erfolgreiche Energieeffizienz-Netzwerke stellen sich vor“ nachlesen.