Erfolgsgeschichte

Energieeffizienz-Netzwerk Nordbayern

Erstes Maschinenbau-Netzwerk direkt verlängert

Energieeffizienz-Netzwerk Nordbayern: Von Anfang an herrschte in dem brancheninternen Netzwerk eine konstruktive Arbeitsatmosphäre. Für keinen Teilnehmer war es ein Hemmnis, dass alle Unternehmen im Maschinenbau tätig sind. Wichtig: Energieeffizienz.

Die Netzwerkteilnehmer repräsentieren einen Querschnitt durch den Maschinen- und Anlagenbau. Die Spanne reicht von kleineren Unternehmen mit rund 120 Angestellten bis zu Konzernstandorten mit 1.200 Mitarbeitern.  So ist beispielsweise die Wittmann-Gruppe ein weltweit agierender Hersteller von Robotern, Automatisierungs- und Peripherieanlagen für die Kunststoffindustrie. Die Esterer WD blickt auf 150 Jahre Erfahrung im Maschinen- und Anlagenbau für Sägewerke zurück. Und Schindler bewegt mit seinen Aufzügen täglich rund eine Milliarde Menschen. Allen Unterschieden zum Trotz: „Vorbehalte gab es bei den Netzwerkteilnehmern von Anfang an nicht. Jeder bringt sich gerne ein, präsentiert umgesetzte Maßnahmen oder teilt seine Erfahrungen – zum Beispiel zur Einführung eines  Energiemanagementsystems“, sagt Netzwerkmoderator Dr. Holger Müller vom VDMA.
„Dass das Netzwerk gut funktioniert, wird auch durch die zusätzlichen, bilateralen Treffen einzelner Teilnehmer deutlich, bei denen sie sich zu bestimmten Themen und Maßnahmen direkt austauschen“, so Dr. Müller weiter.

Echter Mehrwert durch Erfahrung aus der Praxis

Ein gemeinsames Ziel zu finden, war trotzdem eine Herausforderung. Klar ist: Jeder will sich verbessern. Unklar war jedoch: Wie können Verbesserungen realistisch bewertet werden?
Im Maschinen- und Anlagenbau, vor allem bei Sondermaschinen, ist beispielsweise eine stark schwankende Auslastung keine Seltenheit. Und das hat großen Einfluss auf den Energieverbrauch. Zudem liegen Energieverbräuche und wirtschaftlicher Ertrag zeitlich oft weit auseinander. Allgemeine Kennzahlen auf Unternehmensebene, wie zum Beispiel Energieverbrauch im Verhältnis zum Umsatz, helfen nur bedingt dabei, die Energieeffizienz zu erfassen. Die Lösung ist eine Bewertung auf Basis von umgesetzten Maßnahmen.

Also: Wie viel Kilowattstunden spart die neue Druckluftanlage oder der Einsatz frequenzgeregelter Heizungspumpen  im Vergleich zur Bestandsanlage? „Energieaudits und die Einführung eines Energiemanagements haben uns viele grundsätzliche Möglichkeiten aufgezeigt. Im Netzwerk erhalten wir praktisches Feedback auf unsere Ideen und bekommen neue Impulse“, so Andreas Farrenkopf, Project Manager Construction and Facility Management  bei der Erich NETZSCH GmbH. Die Voith Turbo GmbH stellte zum Beispiel ihr systematisches Informationsmanagement von Energiethemen vor. Mit der offenen Kommunikation der Ziele, Statusmeldungen sowie der Vorstellung umgesetzter Maßnahmen motivieren sie ihre Mitarbeiter immer wieder für Energieeffizienz im Unternehmen. Andere Teilnehmer leiteten daraus eigene Ideen ab, wie sie das Potenzial ihrer Mitarbeiter besser nutzen können. Aber nicht nur die erfolgreich umgesetzten Energieeffizienzmaßnahmen bringen die Teilnehmer voran. „Im Netzwerk erfährt man schnell, dass man nicht alleine mit seinen Fragen und Problemen ist. Einen echten Mehrwert bieten die vielen Erfahrungsberichte der anderen Teilnehmer. Besonders hilfreich ist die Auswertung weniger erfolgreicher Maßnahmen. Davon profitieren wirklich alle“, fasst Daniel Geiger, Facility Manager bei der KSB AG, zusammen. So berichtete beispielsweise ein Teilnehmer von einem missglückten Projekt im Bereich Beleuchtung: Bestehende Leuchtmittel (T8) wurden auf LED umgerüstet. Um Kosten zu sparen, wurden die „alten“ Lampenträger weiter genutzt. Technisch absolut machbar. Aber nach erfolgtem Umbau stellte sich die Maßnahme als Fehlinvestition heraus, denn die Ausleuchtung war alles andere als optimal.

Das Netzwerkziel übererfüllt

Das gemeinsam gefundene Netzwerkziel von 6,7 Millionen Kilowattstunden Energie hatten die Teilnehmer immer fest im Blick. Der Großteil der insgesamt 37 definierten Energieeffizienzmaßnahmen wurde bereits umgesetzt. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören etwa die Modernisierung der Beleuchtung oder auch der Fassadenfenster. Weitere Energieeffizienzmaßnahmen sind zum Beispiel die Nutzung effizienterer Druckluftkompressoren, eine effizientere Heizwärmeverteilung oder auch die Verbesserung der Heizungsregelung. „Mit der Umsetzung aller Energieeffizienzmaßnahmen können wir das gesetzte Netzwerkziel um mehr als 40 Prozent übertreffen“, so Dr. Müller. Insgesamt 9,6 Millionen Kilowattstunden und rund 3.750 Tonnen CO2-Einsparungen machen Lust auf mehr. Deshalb gehen alle Teilnehmer gemeinsam in eine zweite Netzwerkrunde.  Und dann werden all die Themen bearbeitet, die zwar bereits in den Maßnahmenplänen der Teilnehmer stehen, aber noch nicht angegangen werden konnten.

Weitere Erfolgsgeschichten können Sie in der Broschüre „Erfolgreiche Energieeffizienz-Netzwerke stellen sich vor“ nachlesen.