Hände halten Puzzleteile mit Nachhaltigkeitssymbolen

Drei Fragen an Armin Schreijäg, Netzwerkmoderator

29.09.2026

Derzeit sind sieben Netzwerke des Energieversorgers EnBW mit über 120 Netzwerkunternehmen in ganz Deutschland aktiv. Was ist Ihr Erfolgsansatz, Herr Schreijäg?

Unsere „rollierenden“ Netzwerke ermöglichen den Energiebeauftragten, immer „am Ball“ zu sein. Der Fokus auf große Unternehmen mit Energiemanagement schafft gleiche Bedürfnisse sowie Ausrichtung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wichtig ist dabei, nicht nur immer aktuell zu bleiben, sondern auch einfach und verständlich Informationen zu vermitteln. Und – nicht zuletzt – zu verstehen, dass man nicht allein mit dem Thema konfrontiert ist.

In den Netzwerken hat man die richtige Mischung zwischen theoretischem und praktischem Wissen – mit dem Blick auf umsetzbare Lösungen und Informationen. Die zentralen Aspekte der Netzwerkarbeit, eigene Erfahrungen zu teilen und von Anderen zu lernen, unterstützen dabei, bessere Entscheidungen zu treffen und Fehler möglichst zu vermeiden. In regelmäßigen Netzwerktreffen oder Exkursionen kann man sich zudem gegenseitig motivieren und für neue Wege begeistern.


Sie blicken zurück auf 20 erfolgreiche Jahre in der Netzwerkarbeit und demnach auf einen reichen Erfahrungsschatz. Anfang 2015 startete in Bayern auch Ihr erstes Netzwerk unter dem Dach der Initiative. Was ist aus Ihrer Sicht der größte Mehrwert für die Teilnehmenden? 

Für die Unternehmen ist damit ein bekanntes und anerkanntes System etabliert, das gegenüber Kunden, Zertifizierern und Rating-Agenturen Gewicht hat. Wir konnten als Vorreiter bereits vor 2015 den Netzwerkansatz erfolgreich einsetzen. Mit der Initiative hat das dann eine neutrale Instanz offiziell bestätigt.

Die Initiative macht die regionalen Netzwerke sichtbar. Sie schafft zudem Aufmerksamkeit in Politik, Medien und Gesellschaft. Sie bündelt Erfolge und zeigt, dass die Industrie auch ohne Bürokratie und Gesetze aktiv Klimaschutz lebt.

Die meisten Unternehmen durchleben gerade eine angespannte Situation angesichts der Wirtschaftslage. Welche Themen treibt die Netzwerkunternehmen aktuell um?

Die zunehmende Komplexität ist ein Thema. Wobei wir erleben, dass die Unternehmen Prüfungen, Anträge, Zertifizierungen und Nachweise technisch recht gut stemmen, trotz der vielen bürokratischen Hürden. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen inzwischen Bedarf an juristischer Unterstützung fürs Energie-Team.

Natürlich spielen auch die hohen fossilen Energiekosten eine entscheidende Rolle bei den Netzwerktreffen. Zusätzlich werden die Optionen zur Steigerung der Energieeffizienz untersucht, u. a. durch die Umsetzung von ganzheitlichen Energiekonzepten, die Umstellung auf klimafreundliche Wärme sowie die Realisierung von Strom- und Wärmespeichern.

Zudem schaut man bei Strom stärker auf die Netzentgelt-Reform inkl. Flexibilitätsmaßnahmen sowie auf den Industriestrompreis inkl. aller weiteren Erstattungen und Förderungen. Auch der Blick über den Werkszaun hinaus im Rahmen von Scope-3-Emissionen, Rohstoff-Einsparung und Wärme von Dritten oder an Dritte rückt zusätzlich mehr in den Fokus.

Bildnachweis: Shutterstock/Naiyana Somchitkaeo