Rückblick: Konferenz bei den ENERGIETAGEN

12.05.2026

Die Geschäftsstelle der Netzwerkinitiative hat am 5. Mai im Rahmen der ENERGIETAGE in Berlin gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke Deutschland e. V. (AGEEN) eine Konferenz veranstaltet. Mehr als 100 interessierte Teilnehmende kamen zusammen, um Impulse und Trends aus der Netzwerkwelt aus erster Hand zu erfahren. Unter dem Motto „Fortschritt neu denken: Vernetzt. Effizient. Finanzierbar.“ moderierten die beiden Gastgebenden, Steffen Joest (Projektleiter der GS) und Anna Gruber (AGEEN) ein mehrstündiges Programm.
Zum Auftakt sprach Dr. Axel Bree, Unterabteilungsleiter im BMWE IIB, in seinem Grußwort über die geopolitischen Herausforderungen aufgrund der Irankrise sowie über die Entwicklungen zum Energieeffizienzgesetz. Zudem wurden seitens der Politik weniger Bürokratie und mehr Anreize für Energieeffizienz- und Klimaschutzmaßnahmen in Unternehmen zugesichert. Im Anschluss folgten drei fachliche Themenblöcke, die durch Diskussionsrunden ergänzt wurden.
 

Erfolgsfaktoren für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft: Netzwerke als Chance

Zu Beginn gab es ein 5-minütiges Rededuell zwischen Prof. Clemens Rohde (Wuppertal Institut) und Erik Pfeifer (Deutsche Industrie- und Handelskammer). Die Frage, ob und inwiefern Deutschland noch ein Energieeffizienz-Innovationsmotor ist, wurde in dem spannenden Duell mit einem klaren “Jein” beantwortet. Im Wesentlichen wurden Bürokratie sowie die Risikoaversion von Unternehmern und Finanzierern als innovationshemmende Faktoren genannt. 
Im daran anknüpfenden Panel haben Vertreterinnen und Vertreter aus den Unternehmen KlägerGroup / Terahash.Energy, GIZEH Verpackungen GmbH & Co. KG, Stromnetz Berlin GmbH, im Gespräch mit Herrn Dr. Bree Ihre Erfahrungen, Herausforderungen sowie Erfolgsrezepte (z. B. Bitcoin-Mining als Alternative zu Stromspeichern) geschildert. Dr. Eberhard von Rottenburg (Bundesverband der Deutschen Industrie e. V., Vertreter der Trägerverbände) moderierte den Austausch. Immer wieder wurde die Bedeutung der Netzwerke der Initiative unterstrichen. Die Hauptforderung, die aus dem Panel neben dem Bürokratieabbau artikuliert wurde, lautete: In eine Richtung entschieden und mutig vorangehen, statt nur zu reagieren.
 

Finanzierung als Schlüssel für Investitionen in Energieeffizienz und Klimaschutz

Anschließend folgte ein Challenger-Statement von Kristina Jeromin, Initiative Made in Germany 2030, die fünf Bedingungen für das Gelingen von Finanzierungen rund um Transformationsprozesse herausstelle: Im Grundsatz müssen Klimaschutz und energieintensive Industrie vereinbar sein, zu moralische Argumentationen sowie das Trauma der Public-Private Partnerships müssen überwunden werden. Außerdem betonte sie die Bedeutung von Skalierbarkeit und standardisierten Baukästen mit Instrumenten, trotz individueller Voraussetzungen einzelner Unternehmen. Auch Datenstardardisierung sei hier relevant, um verschiedene Perspektiven und Interessen zu vereinen und somit das gemeinsame Ziel einer erfolgreichen Transformation zu erreichen.

Beim zweiten Panel diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus den Unternehmen MPG Mendener Präzisionsrohr GmbH, MPG Wärmetechnik GmbH, IKB, EnBW Contracting und dem neu gegründeten Think- and Do-Tank „Finance for Transition“ über Herausforderungen und mögliche Lösungen in der Finanzierung. Carlotta Schilling (Geschäftsstelle der Initiative) moderierte die Session. Die zentrale Herausforderung ist die Größe der Investitionen verbunden mit langen und schwierig zu berechnenden Amortisationszeiten. Die Speaker diskutierten auch über die Potenziale anderer Instrumente zur Finanzierung aus privatem Kapital, wie Contracting-Lösungen und Green Bonds. Betont wurde zudem, dass der Mix an Finanzierungsinstrumenten zentral sei. In diesem Zusammenhang argumentierten die Speaker, dass Fördermittel die Finanzierungsherausforderung deutlich entschärfen können. Außerdem wurde darüber diskutiert, wie der Staat Fördermittel und andere Instrumente gezielt so einsetzen kann, dass wiederum privates Kapital gehebelt wird. Gleichzeitig wird mit großer Spannung auf die weitere Entwicklung des Deutschlandfonds geschaut.

 

Wärmewende im Netzwerk: Verknüpfung technischer Innovationen bei Erzeugung, Transport und Speicherung

Im letzten Themenblock lag der Fokus auf Zukunftstechnologien der Wärmeversorgung. In mehreren technischen Kurzvorträgen wurden Wärmespeicher (Kraftblock), Wärmepumpen (Fraunhofer IEG), Abwasser für Fern- und Nahwärme in Großstädten (Berlin) sowie in ländlichen Regionen (Marpingen) vorgestellt. Schlussfolgernd lässt sich sagen: Innovative Technologien sind vorhanden und funktionieren – wichtig ist, diese nun schnellstmöglich zu skalieren. Die Netzwerke bieten dabei eine flexible Möglichkeit, um die unternehmerische Resilienz zu steigern und systematisch eine Senkung der Energiekosten sowie der Umwelteffekte zu ermöglichen.

Bildnachweis Header: Rolf Schulten

 

Bildnachweis: IEEKN und AGEEN