LVI-Energieeffizienz-Netzwerk Baden-Württemberg zieht positives Zwischenfazit

Das baden-württembergische LVI-Energieeffizienz-Netzwerk hat die erste Hälfte der Netzwerklaufzeit geschafft. Gemeinsam ziehen sie ein positives Fazit und starten mit vielen Ideen in die 2. Hälfte.

Im Jahr 2016 haben der Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie e. V. (LVI) als Netzwerkträger des Projektes und die Arqum GmbH als Netzwerkmoderator und energietechnischer Berater das LVI-Energieeffizienz-Netzwerk Baden-Württemberg mit sechs teilnehmenden Unternehmen und einer Laufzeit von drei Jahren ins Leben gerufen. Von 2017 bis 2019 sind jährlich drei Netzwerktreffen geplant, die bisher vor Ort bei den Teilnehmern stattgefunden haben. Neben dem fachlichen Input durch Arqum sowie von externen Fachexperten profitieren die Teilnehmer vom gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Die Themen reichen von aktuellen Fragestellungen im Bereich Energieeffizienz über energierechtliche Anforderungen sowie aktuelle Themenstellungen zu Industrie 4.0, Digitalisierung und Internet der Dinge. Auf Basis der erarbeiteten Energieeffizienzmaßnahmen haben die Teilnehmer als gemeinsames Ziel vereinbart, jährlich 4.700.000 kWh Energie zusammen einzusparen.

Das LVI-Energieeffizienz-Netzwerk Baden-Württemberg gibt mit seinen sechs branchenübergreifenden Unternehmen ein gutes Abbild der baden- württembergischen Wirtschaft und Industrie wieder. Teilnehmer sind: die Brugger GmbH Magnetsysteme, Ernteband Fruchtsaft GmbH, Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co. KG, MAHLE International GmbH, McKesson Europe AG und die Putzmeister Concrete Pumps GmbH.

Zur Halbzeit des Projektes fragte Arqum beim LVI als Netzwerkträger und bei den teilnehmenden Unternehmen deren Erfahrungen und Einschätzung ab.

Frau Leibing, Arqum GmbH: „Herr Bechinka, Sie sind Netzwerkträger und gleichzeitig als Vertreter des LVI Unterzeichner der Initiative. Wie schätzen Sie den Mehrwert des Netzwerkes ein?“

Uwe Bechinka, Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie e.V.: „Als Spitzenverband der baden-württembergischen Industrie hat der LVI von Beginn an deutlich gemacht, dass er sich aktiv in die Initiative von Bundesregierung und Wirtschaft zur Initiierung von „500 Energieeffizienz-Netzwerken“ bis 2020 einbringen will. Auf diese Weise leistet auch der LVI einen werthaltigen Beitrag zu den Zielsetzungen der Bundesregierung auf Bundesebene hinsichtlich Energieeinsparung und Klimaschutz. Gleichzeitig werden hierdurch von den teilnehmenden Unternehmen nicht unerhebliche Kosten eingespart. Unser branchenübergreifendes Netzwerk ist hierzu hervorragend geeignet. Es bietet eine lebendige und kreative Plattform, über die der angebotene fachliche Input anhand des Erfahrungsaustauschs unter den teilnehmenden Unternehmen zu einem zusätzlichen Mehrwert führt. Es ist uns zudem wichtig, das Thema – in enger Abstimmung mit den Teilnehmern – ganzheitlich zu betrachten, etwa durch die Einbindung von externen Referenten, um so den Blickwinkel, auch hinsichtlich der Themen, zu weiten.“

Frau Leibing, Arqum GmbH: „Das Netzwerk startete mit einem Status-Quo-Check bei jedem Unternehmen mit anschließender Zieldefinition und wird mit drei Workshops pro Jahr gestaltet. Welchen Nutzen ziehen Sie bei der Freudenberg Sealing Technologies GmbH bisher aus der Teilnahme am Netzwerk?“

Hans Kloos, Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co. KG: „Die Konfrontation mit den Energieeffizienzideen der anderen Netzwerkteilnehmer in Kombination mit der Verpflichtung Projektresultate aufzuzeigen hat FST einen deutlichen Schritt voran gebracht. Die Vielzahl der Ideen und Kreativität der Teilnehmer in immer neue Verbesserungsansätze ist beeindruckend.
Die Teilnahme an dem LVI-Netzwerk hat unseren Energieeffizienzprozess stimuliert.“

Frau Leibing: „Über Arqum werden bei den Netzwerktreffen regelmäßig energierechtliche Neuerungen vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert. Herr Schulz, wie schätzen Sie die Einbindung energierechtlicher Anforderungen ein?“

Knud Schulz, Ernteband Fruchtsaft GmbH: „Die umfangreichen energierechtlichen Anforderungen und Gesetze stellen eine große Herausforderung für mittelständische Unternehmen dar. Die regelmäßigen Updates und Informationen über neue Gesetze im Rahmen der Netzwerktreffen sind daher eine große Unterstützung und ein wesentlicher Baustein zur Umsetzung der Anforderungen für die ISO 50001.“

Frau Leibing: „Über externe Fachreferenten werden aktuelle Themenstellungen bei den Netzwerktreffen diskutiert. Die Themen reichen von Monitoringsystemen und Messtechnik über Ansatzpunkte zur Mitarbeitereinbindung bis hin zu Beispielen im Zusammenhang mit Industrie 4.0/Digitalisierung/Internet der Dinge. Welche Vorteile ergeben sich für die MAHLE International GmbH aus diesen fachlichen Inputs?“

Anja Hankele, MAHLE International GmbH: „Durch den Vorschlag mobile Stromzähler zu verwenden, können wir den Stromverbrauch einzelner Anlagen (ohne eigenen Zähler) genauer bestimmen und daraus Einsparmaßnahmen ableiten. Somit verbessern wir unsere Umweltleistung.“

Frau Leibing: „Wie ein Großteil der teilnehmenden Unternehmen haben Sie eine Zertifizierung nach ISO 50001. Welchen Mehrwert bringt Ihnen die Netzwerkteilnahme für Ihr bestehendes Managementsystem Herr Ebi?“

Thomas Ebi, Putzmeister Concrete Pumps GmbH: „Einen aktiven und regelmäßigen Austausch über Erreichtes und Mögliches. Daraus gemeinsam neue Ideen und Anregungen zu generieren, welche das Netzwerk, sowie das eigene Unternehmen, beim Erreichen oder Übertreffen der Einsparziele unterstützt.“

Frau Leibing: „Mit dem Thema Industrie 4.0 wurde während der letzten beiden Netzwerktreffen eine Verbindung der Themen Energieeffizienz, Digitalisierung und Vernetzung diskutiert. Wie schätzen Sie den Beitrag durch die Netzwerkteilnahme ein, die Brugger GmbH Magnetsysteme auf dem weiteren Weg einer zukunftsfähigen Wirtschaftsweise zu begleiten?“

Thomas Brugger, Brugger GmbH Magnetsysteme: „Das Netzwerk bietet mit seinen Kontakten sehr gute Möglichkeiten, nicht nur Informationen zu den genannten Themen zu erhalten, sondern diese auch z.B. über den Gedankenaustausch mit den Netzwerkmitgliedern gewinnbringend ins eigene Unternehmen zu transferieren.“

Frau Leibing: „Das Netzwerk ist nun in die zweite Halbzeit gestartet. Der Blick zurück sowie in die Zukunft: Frau Dr. Vorbohle, was haben Sie mitgenommen und was erhoffen Sie sich für die weitere Netzwerklaufzeit?“

Dr. Kristin Vorbohle, McKesson Europe AG: „Für uns war es wichtig, zu sehen, dass die Herausforderungen im Energiemanagement bei den teilnehmenden Unternehmen sehr ähnlich sind und wir nicht allein mit unseren Fragen dastehen. Von den nächsten Treffen erhoffen wir uns weitere Erkenntnisse und Tipps zur Energieeffizienz und zum besseren Energiemanagement.“

Diese Punkte wollen der LVI und Arqum GmbH nun gemeinsam aufgreifen. Für die weiteren Workshops sind aktuelle und innovative Technologien wie beispielsweise „Power-to-Gas“ geplant. Es werden jedoch auch Neuerungen aus der Normenwelt wie z. B. Praxisbeispiele zur Umsetzung der neuen ISO 50001:2018 geplant, um den Teilnehmern einen weiterhin großen Nutzen an der Netzwerkteilnahme zu bieten.