EDL-G-Novelle tritt in Kraft – Effizienznetzwerke unterstützen bei Umsetzung

Am 26.11.2019 ist die Neufassung des „Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen“ (EDL-G) in Kraft getreten. Der Bundesrat hatte das Gesetz am 20.09.2019 verabschiedet.

Das Energiedienstleistungsgesetz sieht unter anderem seit 2015 eine verpflichtende Durchführung von Energieaudits für größere Betriebe, sog. Nicht-KMU vor. Mit der jetzigen Novellierung wurde zudem eine Bagatellgrenze in Höhe von 500.000 Kilowattstunden Gesamtenergieverbrauch p. a. eingeführt. Für Unternehmen bis zu dieser Untergrenze gelten vereinfachte Anforderungen. Neu ist auch die Schaffung einer umfassenden Meldepflicht über das Energieaudit gegenüber dem Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Ebenfalls müssen Energieberater, die das Energieaudit durchführen, sich nun durch die Vorlage entsprechender Unterlagen beim BAFA registrieren lassen. So soll die Auditqualität verbessert werden.

Dazu der stv. VKU-Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels: „Die Durchführung von Energieaudits ist für Energieeffizienz-Netzwerke von grundlegender Bedeutung: Das Energieaudit bildet die Basis für die Netzwerkarbeit. Nur wenn der Status Quo bekannt ist, können Effizienzpotenziale analysiert und gehoben werden.“ Der VKU ist von Anfang an Partner der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke. Wübbels weiter: „Die Netzwerke bieten Komplettlösungen an. So kann das Energieaudit, aber auch die anschließende Umsetzung von identifizierten Verbesserungen im Netzwerk durchgeführt werden. Unternehmen, die sich der Netzwerkinitiative anschließen, haben dadurch viele Vorteile.“

Seit dem Start der Initiative im Dezember 2014 nutzen über 2.300 Unternehmen, die sich in 248 Netzwerken der Initiative engagieren, diese Vorteile. Damit liefert die Initiative einen erheblichen CO2-Minderungsbeitrag im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Erreichung der Klimaziele. Die höchsten Einsparungen in Netzwerken werden laut aktuellem Monitoringbericht durch die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), die Optimierung branchenspezifischer Prozesse sowie Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung erzielt. „Energieeffizienz ist entscheidend für das Erreichen der Klimaziele. Die Mitglieder der Netzwerke leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Das zeigt: Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, so Michael Wübbels.

Das ist ein Energieeffizienz-Netzwerk
Ein Energieeffizienz-Netzwerk ist ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen einer Region oder Branche, die zusammenarbeiten, um ihre Energieeffizienz zu steigern. Zentrale Elemente der Netzwerke sind ein moderierter Austausch zwischen den Teilnehmern sowie die Festlegung eines gemeinsamen Einsparziels. So gewinnen die Unternehmen schneller Know-how, mit dem sie ihre Energieeffizienz steigern können. Unternehmen, die sich für die Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk interessieren, erhalten Informationen unter: www.effizienznetzwerke.org oder Tel: 030 66777766.

Über die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke
Unternehmen aller Branchen und Größen können von der Teilnahme an Energieeffizienz-Netzwerken profitieren. Die Ende 2014 gegründete Initiative Energieeffizienz-Netzwerke hilft Unternehmen dabei, sich branchenübergreifend, branchenintern oder unternehmensintern in Netzwerken auszutauschen und Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen. Die Initiative wird von 22 Verbänden und Organisationen der Wirtschaft gemeinsam mit der Bundesregierung getragen. Ziel der Initiative ist es, bis Ende 2020 die Gründung von rund 500 neuen Energieeffizienz-Netzwerken zu unterstützen und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Steigerung der Energieeffizienz in Industrie, Handwerk, Handel, Gewerbe und Energiewirtschaft zu leisten.